Gilta Jansen und Gordon Castellane
Daniela Töbelmann und Carola Keitel
Preisträgerinnen und Preisträger des Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst 2013

Sebastian Dannenberg
Monika Jarecka
R&ST (Brigitte Raabe, Michael Stephan, Piet Trantel)
Auszeichnungen im Rahmen des Daniel Frese Preis 2013

(V.l.n.r.) Bettina Roggmann (Vorsitzende Schloss Agathenburg), Dr. Christoph Behnke (Projektleiter KIM), Valérie Knoll, Cornelia Kastelan (Kuratorinnen KIM), PD Dr. Ulf Wuggenig (Kunstraum Leuphana Universität Lüneburg), die Künstlerinnen und Künstler Gordon Castellane, Sebastian Dannenberg, Gilta Jansen und Daniela Töbelmann, die Laudatorin Prof. Dr. Beate Söntgen, die Künstlerinnen und Künstler Carola Keitel, Piet Trantel, Michael Stephan und Brigitte Raabe
Foto: Andreas Tamme


Gewinnerin des Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst 2013 ist Gilta Jansen aus Dannenberg im Landkreis Lüchow-Dannenberg, die für einen Entwurf ausgezeichnet wurde, den sie gemeinsam mit Gordon Castellane einreichte.

Den Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst 2013 im Bereich junge Kunst erhält Daniela Töbelmann aus Lüneburg im gleichnamigen Landkreis für einen in Zusammenarbeit mit Carola Keitel erstellten Entwurf.

Neu im Jahr 2013 ist die Vergabe von drei weiteren Auszeichnungen. Zugesprochen wurden diese Ehrungen Sebastian Dannenberg aus dem Landkreis Verden, Monika Jarecka aus dem Landkreis Harburg sowie dem Kollektiv R&ST, bestehend aus Brigitte Raabe, Michael Stephan und Piet Trantel aus dem Landkreis Verden.

Am 4. Juli 2013 wurden die Künstlerinnen und Künstler im historischen Fürstensaal des Rathaus der Hansestadt Lüneburg mit der Verleihung des Daniel Frese Preis 2013 gewürdigt. An diesem Ort sind Werke jenes Malers der Spätrenaissance (1540-1611) zu sehen, dem der im Jahr 2011 lancierte Preis für zeitgenössische Kunst gewidmet ist.

Die Laudatio sprach Prof. Dr. Beate Söntgen, die seit 2011 Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Leuphana Universität Lüneburg ist und 2012 zur Vizepräsidentin für Forschung und Humanities dieser Universität gewählt wurde. Im Feld der zeitgenössischen Kunst war Beate Söntgen u.a. langjährig als Kunstkritikerin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig; sie ist zudem Mitglied im Beirat der Zeitschrift Texte zur Kunst.

Die Vergabe der zwei Preise und drei Auszeichnungen folgte dem Urteil einer erneut eigens zum Jahresthema, das 2013 »Kunst und Geschichte« lautet, eingesetzten unabhängigen Jury aus renommierten Expertinnen und Experten des Kunstfeldes. Ihr wurden 62 Entwürfe von Künstlerinnen und Künstler aus der elf Landkreise umfassenden Großregion Lüneburg vorgelegt, die im Dreieck von Bremen, Hamburg und Hannover liegt.

Den Juryvorsitz hatte Prof. Michaela Melián, Professorin für Mixed Media und Akustik im Studienschwerpunkt Zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste Hamburg inne. Sie realisierte 2010 in München die weithin bekannte Arbeit »Memory Loops«, die als virtuelles Audio-Denkmal historische und lebende Zeitzeugen und Opfer des Nationalsozialismus in verfremdeter Form im öffentlichen Raum zu Wort kommen lässt (memoryloops.net). Geschlechtsspezifische Schräglagen der Historiographie, deren Aktualität sie anhand der Mittel kriminalistischer Personenidentifizierung vorführt, kritisiert sie etwa in der Werkserie »Tomboy«. Michaela Melián ist zudem Mitbegründerin der Band F.S.K. Weitere Mitglieder der Jury waren die Kunsthistorikerin Eva Birkenstock, Kuratorin der KUB Arena des Kunsthaus Bregenz, Österreich, und als ehemalige Leiterin der Halle für Kunst nach wie vor mit Lüneburg verbunden; Dr. Holger Kube Ventura, Direktor des Frankfurter Kunstvereins und Co-Kurator der mehrere Frankfurter Kunstinstitutionen umfassenden Schau »Making History«, die 2012 die Relevanz medialer Bilder bei Geschichtsschreibungen verhandelte, er war von 2004 bis 2009 als Programm- und Projektkoordinator bei der Kulturstiftung des Bundes in Halle (Saale) tätig; Bettina Roggmann, Kunsthistorikerin und Vorsitzende des Vorstands der Kulturstiftung Schloss Agathenburg, die als Kooperationspartnerin in diesem Jahr die Räume des barocken Baus für die Ausstellung mit den Preisträgerinnen und Preisträgern öffnet. Als interne Mitglieder der Jury sind schließlich die beiden Kuratorinnen der Ausstellung, Cornelia Kastelan und Valérie Knoll, zu nennen.

Die beiden Preisträger/innen werden ihre künstlerischen Entwürfe im Rahmen einer Gruppenausstellung im Schloss Agathenburg realisieren. Die in der Nähe von Stade gelegene, 1992 eingerichtete Stiftung, die in den Feldern von zeitgenössischer Kunst, Literatur und Musik tätig ist, wurde von Bettina Roggmann, der künstlerischen Leiterin dieser Institution vorgestellt. Die von Cornelia Kastelan und Valérie Knoll kuratierte Schau, die am Samstag, 26. Oktober eröffnet wird, thematisiert entsprechend der diesjährigen Preisauslobung Fragen von Kunst und Geschichte und führt die Positionen der Daniel Frese Preisträger/innen 2013 mit denen internationaler Künstlerinnen und Künstler zusammen. Das Preisgeld von jeweils 3000 Euro ist zur Produktion der künstlerischen Arbeit auf Grundlage des prämierten Entwurfs bestimmt.

Wie in den Vorjahren verschafft der Preis – und verschaffen in diesem Jahr auch die drei erstmals vergebenen Auszeichnungen – u.a. über eine Kommunikation im Newsletter und auf der Website von »Art-Agenda« eine hohe Sichtbarkeit. »Art-Agenda« mit Sitz in New York übertrifft mit einer Reichweite von rund fünfzigtausend adressierten Institutionen und Akteuren der Kunstwelt bei weitem die aller gängigen Kunstmagazine.

In seiner Rede bedankte sich der Projektleiter von KIM, Dr. Christoph Behnke, bei allen Bewerberinnen und Bewerbern für die Beteiligung am Daniel Frese Preis 2013. Erfreut über 62 Einsendungen aus der Region betonte er zugleich die damit erhöhte Herausforderung an die Jury, die Preisträger/innen auszuwählen. Er unterstrich das hohe Niveau vieler Entwürfe, das in der Jurysitzung zu intensivem Austausch geführt hatte und die Entscheidungsfindung nicht leicht fallen ließ.

Das von der Europäischen Union geförderte Projekt KIM im Innovations-Inkubator der Leuphana Universität Lüneburg zielt auf die Stärkung der zeitgenössischen bildenden Kunst in der Inkubator-Projektregion und hat den Daniel Frese Preis, mit dem bildende beziehungsweise visuelle Künstler/innen in der Region Lüneburg gewürdigt werden, 2011 ins Leben gerufen. Verliehen wird dieser Preis alljährlich für herausragende Entwürfe neuer künstlerischer Arbeiten. Der Daniel Frese Preis wird zu jährlich wechselnden Themen ausgelobt, auf die sich auch die jeweiligen Ausstellungen beziehen. Die Auszeichnung erhalten jeweils zwei Künstler/innen, die einen Wohnsitz in einem der elf Landkreise der Projektregion haben. Diese erstreckt sich auf die Landkreise Celle, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Verden und Uelzen sowie auf die Hansestadt Lüneburg.


Gilta Jansen, Gordon Castellane
Daniel Frese Preis 2013

Den Daniel Frese Preis 2013 erhalten Gilta Jansen und Gordon Castellane für den von ihnen eingereichten Entwurf »Times Timing Times«. Für die Ausstellung auf Schloss Agathenburg planen sie eine raumgreifende Installation, die Geschichte und Zeitlichkeit als metaphorische und poetische Kategorien fasst.

Die Jury unter Leitung von Michaela Mélian beschreibt in ihrer Begründung das Vorhaben wie folgt: »In dem herausragenden Entwurf von Gilta Jansen und Gordon Castellane soll Geschichte in einer multimedialen, begehbaren Raumsituation als eine Assemblage verschiedener Aufbewahrungs- und Gestaltungselemente wie Möbel, Textilien und Spiegel in einer Art Spiegelkabinett entworfen und materialisiert werden.« Zeitgenössische visuelle Strategien, mittels denen Materialien und Objekte aus dem angrenzenden Feld des Design und des Interieurs angeeignet werden, kombiniert der Entwurf gekonnt mit ihrer Funktion als – affektiv aufgeladene – Speicherorte und Zeugen des Vergangenen. Davon ausgehend entwickeln die Künstlerin und der Künstler ihren Vorschlag einer Installation hin zu nicht greifbaren, »präsent-absenten« oder »repräsentationalen« Bestandteilen wie etwa Sprache, aber auch anhand einer Orchestrierung durch Musik und Licht. Zusammen mit den theatral drapierten Stoffen verweisen die Spiegel auf die Betrachter/innen selbst und lassen diese zum konstitutiven Part der narrativ aufgeladenen Installation werden. Sie changieren zwischen Vorder- und Hinterbühne, sich endlos wiederholenden Reflektionen und Verbergungen, wobei Geschichte(n) und Erinnerungen auf ebenso imaginative wie symbolische Weise aufgerufen werden. Die Jury schließt die Begründung ihrer Wahl mit folgenden Worten: »Neben dem eingereichten Entwurf haben zudem die vorgelegten Werkbeispiele von Gilta Jansen überzeugt, groß angelegte poetisch anmutende skulpturale Anordnungen, die oft einen bühnenartigen Charakter aufweisen. Jansens Werke zeugen von einem äußerst eigenständigen Umgang mit der Ästhetik der Installationskunst und bergen insgesamt ein starkes narratives Potential. Die Künstlerin und der Künstler legen einen Entwurf vor, der sich mit aktuellen künstlerischen Praxen nicht nur auf internationaler Ebene messen lassen kann, sondern auf souveräne Weise einen ästhetischen Möglichkeitsraum eröffnet, in dem imaginierte kollektive und private Geschichten assoziativ ineinandergreifen.«

Gilta Jansen, geboren 1979, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig; sie diplomierte 2007 bei Hartmut Neumann und war im darauffolgenden Jahr Meisterschülerin bei Frances Scholz. Seit 2006 arbeitet sie zusammen mit Britta Ebermann als Violett Park. Unter anderem erhielt sie 2011 ein Stipendium in den Künstlerhäusern Worpswede; 2006 wurde sie mit dem Theodor-Kohl-Preis für Malerei Braunschweig ausgezeichnet. Ihre Arbeiten waren bislang ausgestellt u.a. im Kunstverein Hannover, in der Kestnergesellschaft Hannover, im Kunstverein St. Pauli Hamburg, im Kunstraum Tosterglope, im Haus am Waldsee, Berlin, im race fast safe car Köln (mit Britta Ebermann) und bei V8 Plattform für Neue Kunst Karlsruhe.
Gordon Castellane, geboren 1986, lebt in Deutschland und Spanien. Ausstellungen seiner Arbeiten waren bisher zu sehen u.a. im kings of b. Berlin, im Kunstclub Berlin, in der Galerie Eva Winkeler Frankfurt am Main sowie im New Jerseyy Basel (CH) und Himalayas Art Museum Shanghai (CN).

www.giltajansen.com
www.kunstvereinstpauli.de


Daniela Töbelmann, Carola Keitel
Daniel Frese Preis 2013, Kategorie Nachwuchs

Den Daniel Frese Preis 2013, Kategorie Nachwuchs, erhalten Daniela Töbelmann und Carola Keitel für die Einreichung ihres Entwurfs »Ein Spaziergang und eine Ausstellung«. Die Jury fasst den Vorschlag der Künstlerinnen zusammen als »großangelegten Ausstellungsspaziergang, der anschließend in einer Publikation dokumentiert werden soll. Die beiden Künstlerinnen planen eine eindrucksvolle, breite Untersuchung unterschiedlicher – entfremdeter, wiederzuentdeckender, touristischer, alltäglicher und neuer – Sichtweisen auf den öffentlichen Raum.« Dabei vorgefundene Strukturen begreifen sie als sicht- und erfahrbare Relikte der sozialen und geographischen Geschichte von Orten, womit die Künstlerinnen einen ästhetisch und gesellschaftsorientierten Blick auf Historie vorschlagen. Im öffentlichen Raum Agathenburgs, aber auch Lüneburgs planen Daniela Töbelmann und Carola Keitel zunächst, gehend und fotografierend Orte und sich aus ihrer Verbindung ergebende Routen zu erschließen. Sie haben zugleich vor, Passant/innen einzuladen, ihrerseits Orte in Form von Bildern beizusteuern, die sie elektronisch oder in der »Basisstation« der Künstlerinnen in einem schwach an die Innenstadt angebundenen Viertel der Peripherie einreichen können. Das Gewahrwerden unterschiedlicher Perzeptionsmuster und -weisen zwischen Gewöhnung und Wieder-Entdeckung sind der spezifische Erkenntnisgewinn, an dem es den Künstlerinnen gelegen ist und der sich den Flaneuren bei ihrer körperlich-visuellen Tätigkeit erschließen soll. Fortgeführt wird dieser performative Prozess durch die visuelle Besetzung von Plakatwänden mit den entstandenen Bildern. Er perpetuiert sich schließlich, wenn die Künstlerinnen außerdem QR-Codes plakatieren, welche die immer wieder neu ausgemachten Streifzüge öffentlich zugänglich machen. Die vorgeschlagenen Routen durch städtische und ländliche Gebiete, so planen es Daniela Töbelmann und Carola Keitel, bieten ihnen zusätzlich die Gelegenheit für künstlerische Eingriffe. Diese nehmen sie etwa in Form von Pappmaché- und Stahl-Aufsätzen auf solche Möblierungen des öffentlichen Raumes wie Polder und Blumenkübel vor oder durch Texttafel-Applikationen in Parkhäusern sowie temporären Aneignungen an den Schnittstellen von pseudoöffentlichem zu öffentlichem Raum beispielsweise auf Werbevideoflächen in Bahnhofshallen oder Schaufenstern. Außerdem wollen die Künstlerinnen ein Vortragsprogramm initiieren, das ihr Gesamtprojekt – das als dauerhaftere Intervention nicht mit der Ausstellung in Agathenburg abgeschlossen sein wird – rahmt. Daniela Töbelmann und Carola Keitel verdichten ihre gleichermaßen theoretisch, künstlerisch und sozial ausgerichteten Ansätze zu einem komplexen und vielversprechenden Entwurf, der von vielfältigen gestalterischen Ideen geprägt ist und dessen merklicher Tatendrang die Jury beeindruckte: »Die Künstlerinnen zeigen in ihrem Entwurf profunde Kenntnisse der soziologischen Promenadologie, wie sie maßgeblich von Lucius Burckhardt seit den 1980er Jahren entwickelt wurde, wie auch der Figur des Flaneurs und stellen damit ein auch im Kunstfeld relevantes theoretisches Wissen unter Beweis, das sie im Sinne der kartographischen Verfahren von Daniel Frese anwenden: Das Spazierengehen als Material für eine performative Ausstellung. Die Jury freut sich auf eine sinnfällige Verknüpfung dieses künstlerischen Forschungsprojekts von Daniela Töbelmann und Carola Keitel mit dem Ausstellungsraum im historischen Schloss Agathenburg und seiner Umgebung.«

Daniela Töbelmann, Jahrgang 1982, und Carola Keitel, geboren 1983, studierten und diplomierten 2011 bzw. 2010 an der Kunsthochschule Kassel bei Urs Lüthi. Daniela Töbelmann schrieb sich 2010 außerdem an der Kunsthogskolen Bergen (NOR) ein und studierte dort bei Karen Kipphoff und Kjersti Sundland. Sie war von 2010 bis 2011 Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Arbeiten von Daniela Töbelmann waren bislang ausgestellt u.a. bei Bruch & Dallas Köln, im Kasseler Kunstverein, der Akademie Galerie Nürnberg sowie der Bergen Kjøtt (NOR); mit Performances war sie außerdem vertreten auf Kampnagel Hamburg sowie in den Uferstudios Berlin.
Carola Keitel, die in Kassel außerdem Philosophie studierte, setzte 2010 ihre künstlerischen Studien als Meisterschülerin bei Urs Lüthi fort. Sie erhielt 2012 den Preis der Deutschen Bundesbank als Studienabsolventin und Stipendiatin des Cusanuswerks Bonn. Ausstellungen von Carola Keitels Arbeiten waren bisher u.a. zu sehen bei Bruch & Dallas Köln, im Kunstverein Hannover, der Documentahalle Kassel, der Bundeskunsthalle Bonn sowie in der Galerija FLU Belgrad (SRB).

www.danielatoebelmann.de
www.carolakeitel.com


Sebastian Dannenberg
Auszeichnung

Eine Auszeichnung für den von ihm eingereichten Entwurf »Raumgedächtnis« erhält Sebastian Dannenberg. Dieser sieht eine visuelle Rekonstruktion früherer Hängungen in den Ausstellungsräumen von Schloss Agathenburg vor. Die über Fotodokumentationen vergangener Schauen entdeckten Stellen werden markiert und mit gleichformatigen Bildsurrogaten aus Gipskarton besetzt. Unterschiedliche Farbränder an diesen Platzhaltern kennzeichnen sie zugleich mit einem malerischen Minimum und als verschiedenen Generationen von Ausstellungen angehörig. Sie überlagern sich nun gelegentlich und ragen als geschichtete Materialien in den Raum hinein.

Die Jury begründet die Auszeichnung Sebastian Dannenbergs wie folgt: »Der Künstler beeindruckte die Jury mit seinem konzeptuell orientierten Vorschlag, die formale Geschichte des Ausstellungsraumes zu entbergen. Gekonnt entwirft er eine Übersetzungsmöglichkeit von nicht mehr sichtbaren Vergangenheiten in ein visualisiertes Kondensat der Zeiten, um so das titelgebende ‚Raumgedächtnis‘ in situ erscheinen zu lassen.« Besonders anerkennungswürdig ist Sebastian Dannenbergs ebenso elegante wie treffende Verbindung eines avancierten Verständnisses von Malerei, das in die Dreidimensionalität hineinreicht und Raum als ontologische Kategorie anruft, und dem »konkreten« Ort, der Ausstellungsinstitution und ihrer Geschichte. Der Künstler ergänzt dabei Ansätze institutionskritisch-appropriativer Malerei um die Dimension der Zeit, die in den Werkschichten mit dem Raum konvergiert.

Sebastian Dannenberg, geboren 1980, schloss 2007 zunächst ein Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg ab, bevor er sich 2008 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe einschrieb, um Malerei und Grafik bei Leni Hoffmann zu studieren. Seit 2012 setzt er seine Studien an der Hochschule für Kunst Bremen in der Malerei-Klasse von Stephan Baumkötter fort. Sebastian Dannenberg nimmt zugleich einen Lehrauftrag an der HKS Ottersberg wahr. Von 2010 bis 2012 betrieb der Künstler gemeinschaftlich den Offspace raum plan b in Freiburg. Förderungen erhielt er 2010 vom Cusanuswerk Bonn sowie der Ursula Ströher Stiftung Basel. Arbeiten von Sebastian Dannenberg waren bereits zu sehen u.a. in La Kunsthalle Mulhouse (F), im ZIP Basel (CH), im Rahmen von young at art Zürich (CH), im von Künstler/innen betriebenen adhoc Raum Bochum, der Kunsthalle Bremerhaven, der Großen Kunstschau Worpswede sowie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

www.sebastiandannenberg.blogspot.de


Monika Jarecka
Auszeichnung

Eine Auszeichnung wird Monika Jarecka für den von ihr eingereichten Entwurf »Dissolving« zugesprochen. Sie stellt darin Überlegungen zu der Möglichkeit oder Unmöglichkeit an, »reale« künstlerische Praxisformen zu wiederholen. Konzeptuell verankert sie diese in malerischen Handlungsanweisungen, deren Befolgung als Performance zum Werkvorschlag gehören. Sie münden in einander überlagernde, immer wieder zu neutralisierende Schichten, die sich schließlich in einem palimpsestartig angelegten, poetisch-phänomenologisch inspirierten Farbraum auflösen sollen. Die Jury schreibt dazu: »Monika Jareckas Entwurf sieht eine anerkennungswürdige malerische Meditation über Zeitlichkeit, Wiederholbarkeit und Differenz vor.« Monika Jareckas Verfahren erinnert an eine Inversion der schichtweisen Freilegung von Freskenmalereien und beweist ihr feines Spiel mit dem Medium. Weiter begründet die Jury: »Der Künstlerin gelingt es, die historisch aufgeladene Gattung der Wandmalerei und deren inhärente Temporalität überzeugend zu reflektieren.« Als Schülerin von Katharina Grosse, die bei Gotthard Graubner studierte, steht die Künstlerin in einer weithin anerkannten künstlerisch-farbphilosophischen Traditionslinie.

Monika Jarecka, geboren 1975, diplomierte 2005 als Meisterschülerin der Malerei-Klasse von Katharina Grosse an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Sie verbrachte zudem 2004/2005 ein Jahr an der Städelschule in Frankfurt am Main, wo sie bei Michael Krebber Malerei und bei Tobias Rehberger Bildhauerei studierte. Im Jahr 2004 begab sie sich zudem für Studien an das Chelsea College of Art and Design nach London. Die Künstlerin war 2002-2004 Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, 2004 wurde diese Förderung um ein Projektstipendium dieser Stiftung für New York ausgeweitet. Arbeiten von Monika Jarecka waren bislang zu sehen in Berlin u.a. in der Temporären Kunsthalle, der galerie weißer elefant und der forgotten bar sowie in der Kunsthalle Brennabor des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, im Saarländischen Künstlerhaus Saarbrücken sowie in der Galerie Steinle Contemporary München.

www.monikajarecka.com


R&ST (Brigitte Raabe, Michael Stephan, Piet Trantel)
Auszeichnung

Eine Auszeichnung erhält das Kollektiv R&ST, Brigitte Raabe, Michael Stephan, Piet Trantel für den von ihnen vorgelegten Entwurf »Von Haus zu Haus«. Die Künstler/innen schlagen darin die von ihnen bereits in Angriff genommene Errichtung eines »Wunsch-Depots« in einem Dorf der Region, in Tosterglope, vor. Es soll in drei Phasen – Kritik, Utopie und Realisierung – durchgeführt werden. »Der Entwurf des Kollektivs R&ST ist aus Sicht der Jury würdigend hervorzuheben für eine engagierte, soziokulturelle Reaktivierung dörflicher Ressourcen. Er argumentiert auf eigenständige und selbstbewusste Weise, dass eine Intervention in die zeitgenössischen Ausprägungen der langen Entwicklung der Landflucht aus den bestehenden Strukturen selbst und durch ihre Bevölkerung entwickelt werden kann.«, heißt es in der Begründung der Jury. Dafür eingeholte »oral histories« von Dorfbewohner/innen geraten zur Grundlage gemeinschaftlicher Zukunftsentwürfe. »Anerkennenswert«, so die Jury, »erscheint dabei besonders der Verweis der Künstlerinnen und Künstler auf die Selbstwahrnehmung als ‚Dienstleister‘ für ein partizipatives Forschungs- und Vermittlungsprojekt«. Dieses versteht sich als soziopolitisch motivierter Eingriff in das von »der Geschichte« vermeintlich zugewiesene Fatum ländlicher Gebiete und steht zugleich selbstbewusst für seine spezifische und dezidierte Position in einem künstlerischen Subfeld ein, das seinerseits historisch hervorgebracht wurde.

Piet Trantel, geboren 1957, diplomierte 1986 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, von der ein Jahr später auch Brigitte Raabe, Jahrgang 1961, ihr Diplom erhielt. Michael Stephan, geboren 1961, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Piet Trantel war 1990/1991 Stipendiat der Künstlerstätte Schloss Bleckede. Seit 1999 arbeitet er unter dem Namen LIFEservices, unltd., den er 2007 ins Chinesische umwidmete. Seit 2005 lebt und arbeitet er nicht nur in der Region, sondern auch u.a. in Shanghai, Shenyang und Jinzhou (CN). Arbeiten von ihm waren zu sehen u.a. im Kunstverein Stuttgart, im öffentlichen Raum Hamburgs – z.B. realisierte er dort 1993 die Arbeit »No One’s Land« –, in der Weserburg Bremen, am Normal University Campus Peking (CN) und im Rahmen der Geumgang Nature Art Biennale (KOR). Brigitte Raabe und Michael Stephan arbeiten auch zu zweit, als Künstlerpaar Raabe/Stephan. Beide waren Stipendiaten des Kunstvereins Hannover sowie Preisträger des Ideenwettbewerbs »Entsorgungspark für funktionslose Kunst im öffentlichen Raum« in Hildesheim, Hannover und Braunschweig. Sie entwickelten Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. an der Bauhaus Universität Weimar, für die Brandenburgische Kunstsammlungen und den Branitzer Park in Cottbus, in Bremen sowie für die Geumgang Nature Art Biennale (KOR). Als Trio R&ST, das sie seit 2009 mit Piet Trantel bilden, waren die Künstler/innen bislang in mehreren Städten präsent, u.a. in Stuttgart, und arbeiten derzeit mit dem Kunstraum Tosterglope im Landkreis Lüneburg zusammen.

www.von-haus-zu-haus.net

www.restkunst.net


— Texte: Cornelia Kastelan, Valérie Knoll



Der Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst wird seit 2011 von KIM für bildende beziehungsweise visuelle Künstler/innen in der Region Lüneburg ausgelobt und zu jährlich wechselnden Themen ausgeschrieben. Verliehen wird dieser Preis an zwei Künstler/innen für herausragende Entwürfe künstlerischer Arbeiten. Neu im Jahr 2013 ist die zusätzliche öffentliche Würdigung von weiteren drei Künstler/innen in Form einer besonderen Anerkennung.

Die alljährliche Vergabe des Daniel Frese Preis an zwei Künstler/innen mit einem Wohnsitz in einem der elf Landkreise der Region (Celle, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Uelzen, Verden) verbindet die öffentliche Würdigung der beiden Gewinner/innen mit einem Preisgeld von je 3000 Euro für deren ausgezeichnete Entwürfe. Die Preisträger/innen, davon eine/r aus dem Bereich »Junge Kunst« (bis 40 Jahre), erhalten darüber hinaus Gelegenheit, ihren Entwurf zu realisieren und in einer Gruppenausstellung zu präsentieren. Ihre Werke werden darin mit Positionen namhafter (inter-)nationaler Künstler/innen zusammengeführt. Das Preisgeld ist für die Produktion der künstlerischen Arbeit auf Grundlage des eingereichten Entwurfs bestimmt. Durch Dokumentation der auf den preisgekrönten Entwürfen basierenden Werke in Publikationen wie insbesondere einem Katalog überdauern Würdigungen und Ausstellungspräsentationen den Moment.

Widmung

Die Auszeichnung ist dem Andenken des Lüneburger Malers und Kartographen Daniel Frese (1540-1611) gewidmet. Er bleibt in Erinnerung mit Gemälden für das kunsthistorisch bedeutsame Rathaus Lüneburgs, in denen eine neue Bildsprache zum Ausdruck kommt. Außerdem schuf Daniel Frese Entwürfe für »Civitates Orbis Terrarum«, den weltweit ersten Städteatlas von Braun und Hogenberg (ab 1572). Auf dem Weg zu einem autonomen, von Lenkung durch Kirche, Feudalherren und Staat befreiten künstlerischen Feld trat Daniel Frese als vielseitiger Künstler hervor, der Anregungen sowohl aus der italienischen wie auch aus der niederländischen Malerei aufzugreifen wusste.

Thematischer Schwerpunkt 2013: »Kunst und Geschichte«

Als ein Kennzeichen unserer Epoche gilt ihr »Zukunftsmangel«, ihre Rückwendung in die Geschichte und ihr Aufzeichnungseifer. Es wird historisiert, archiviert, gespeichert und erinnert. In dieser Lage verspricht die Befragung der Kunst zum Umgang mit Geschichte wichtige Einsichten. Im Bild gingen frühe Formen von Geschichtsschreibung und Kunst Hand in Hand: Als Erinnerungsbild oder als Gedächtnis des Auges dient das Bild dem visuellen Festhalten und Speichern. Wenn insbesondere die Historienmalerei ihre Themen zu einzelnen Momenten in der Zeit verdichtete, wirkte sie damit zugleich an der Konstruktion von Geschichte mit. In jüngerer Zeit haben verschiedene Entwicklungen das Interesse an Geschichte wie auch an Auseinandersetzungen mit historischen Darstellungen verstärkt: So setzen sich Künstler/innen auf vielfältige Weise mit Fragen von historischer Aufklärung, Spurensicherung, Identitätskonstruktion, Lokalität sowie Realität und Fiktion auseinander. Dabei sind die Zunahme dokumentarischer und re-chercheorientierter künstlerischer Zugänge ebenso zu nennen wie eine breite Strömung »ortsspezifischer Kunst«. Letztere widmete sich vor allem den »kleinen« beziehungsweise lokalen Geschichten von Orten und Einrichtungen. Die »Erinnerungskultur« bildete einen künstlerischen Flügel aus, der sich nicht in den Dienst von Erhöhung der Vergangenheit stellte, sondern die kritische Auseinandersetzung mit Zeitvorstellungen, Geschichtsbildern und historischen Ereignissen suchte. Die Kunst scheint als Medium des kulturellen Gedächtnisses aufgrund ihrer symbolischen Kraft, Inszenierungsfähigkeit und Reflektiertheit geradezu prädestiniert, solcherart Stellungnahmen beizutragen. Im Zuge einer Kritik an den großen »Meistererzählungen« der Geschichtsschreibung entwickelte sich außerdem eine Erzählstrategie, die stattdessen Mehrdeutigkeiten begrüßt und in vielerlei Hinsicht dem in der Kunst bekannten Collageprinzip verwandt ist. Nicht zuletzt aufgrund einer Skepsis gegenüber vermeintlich »objektiven« Darstellungen der Geschichte gewannen zudem bewusste künstlerische Re-Inszenierungen oder Wiederholungen historischen Materials (»Re-enactments«) in Malerei, Film, Video und Installations- oder Performance-Kunst Anerkennung als angemessene Formen des Umgangs mit Geschichte. Über alle Gattungs- und Mediengrenzen hinweg schlüpfen Künstler/innen im Ausloten der Möglichkeiten und Grenzen von Dokumentartechniken in die Rolle von Historiker/innen: Dabei thematisieren sie die Geschichte ihres Bereichs - und damit die Kunstgeschichte selbst - ebenso wie große Historie oder die Geschichte einzelner Institutionen und Felder. Ein weiteres Interesse liegt bei Alltagsgeschichte(n) und der Berücksichtigung von Zeitzeugen wie auch deren Dokumenten (»oral history«). Zu beobachten ist schließlich eine formale und inhaltliche Beschäftigung mit historisierenden Formaten aus Popkultur oder Massenmedien, wie sie etwa in den allgegenwärtigen Retro-Trends, »History Channels« im Fernsehen oder biographischen (Anti-)Heldendarstellungen (»BioPics«) zum Ausdruck kommen. Um künstlerische Auseinandersetzungen mit den vielfältigen Aspekten von »Kunst und Geschichte« anzuregen, steht die Auslobung des Daniel Frese Preis 2013 unter diesem thematischen Schwerpunkt.

Ausstellung 2013

Die für dieses Jahr vorgesehene Ausstellung befasst sich wie auch der Daniel Frese Preis 2013 mit dem Thema »Kunst und Geschichte«. Die realisierten Werke der preisgekrönten Teilnehmer/innen am Daniel Frese Preis 2013 werden in dieser Schau mit künstlerischen Arbeiten aus einem internationalen Kontext zusammengeführt. Gastgeber der Ausstellung ist Schloss Agathenburg bei Stade, das selbst ein mit Geschichte aufgeladener Ort ist. Die Ausstellung wird von 27. Oktober bis 1. Dezember zu sehen sein und eröffnet am Samstag, den 26. Oktober 2013.

Ausstellung 2012: »The Simple Life«, Kunstverein & Stiftung Springhornhof, Neuenkirchen
Künstler/innen: Josephine Meckseper, Shana Moulton, Fabian Reimann (Daniel Frese Preis 2012), Simon Starling, Niko Wolf (Daniel Frese Preis 2012, Bereich »Junge Kunst«)

Ausstellung 2011: »Demanding Supplies - Nachfragende Angebote«, Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg
Künstler/innen: Daniel Buren, Diego Castro (Daniel Frese Preis 2011), Maria Eichhorn, Katja Staats (Daniel Frese Preis 2011, Bereich »Junge Kunst«) u.a.

Jury, Preisverleihung und Laudatorin

Im Jahr 2013 wird erneut eine Fachjury aus renommierten Vertreter/innen des Kunstfeldes die Entwürfe begutachten und die Preisträger/innen bestimmen. Die Verleihung des Daniel Frese Preis 2013 findet am 4. Juli wie in den Vorjahren im Fürstensaal des Rathaus der Hansestadt Lüneburg statt.

Als Laudatorin für die Vergabe des Daniel Frese Preis 2013 konnte Prof. Dr. Beate Söntgen gewonnen werden. Seit 2011 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Leuphana Universität Lüneburg. 2012 wurde sie zur Vizepräsidentin für Forschung und Humanities dieser Universität gewählt. Im Bereich der zeitgenössischen Kunst war Beate Söntgen u.a. langjährig als Kunstkritikerin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig.

Jury 2012: Marius Babias (Direktor Neuer Berliner Kunstverein, n.b.k.) (Vorsitz), Bettina von Dziembowski (Direktorin Kunstverein & Stiftung Springhornhof, Neuenkirchen), Tue Greenfort (Künstler, Berlin, u.a. dOCUMENTA (13)), Karin Guenther (Galerie Karin Guenther, Hamburg), Christoph Behnke (Leitung KIM), Valérie Knoll (Kuratorin KIM)
Laudatorin 2012: Heike Munder (Direktorin Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich)

Jury 2011: Beatrice von Bismarck (damals Rektorin Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig) (Vorsitz), Thomas Locher (Künstler, The Royal Danish Academy of Fine Arts, Copenhagen),
Bernd Milla (Geschäftsführender Direktor der Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart),
Nikolaus Oberhuber (Galerie Koch Oberhuber Wolff, Berlin), Christoph Behnke (Leitung KIM),
Julia Moritz (damals Kuratorin KIM)
Laudator 2011: Robert Fleck (damals Intendant Bundeskunsthalle, Bonn)

Verfahren

Eingeladen zur Bewerbung sind bildende beziehungsweise visuelle Künstler/innen, die über einen Wohnsitz innerhalb der elf Landkreise des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg verfügen. Diese Landkreise sind Celle, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Verden und Uelzen; ein entsprechender Nachweis ist beizulegen.

Kern der schriftlichen Bewerbung ist der Entwurf in Form eines ausformulierten Vorschlags für die inhaltliche, formale und praktische Realisierung einer auf das Jahresthema 2013, »Kunst und Geschichte«, bezogenen künstlerischen Arbeit. Der Umfang dieses Vorschlags sollte mindestens eine halbe DIN-A4-Seite umfassen und zwei DIN-A4-Seiten nicht überschreiten. Hinsichtlich Medien und Genres gibt es keine Einschränkungen, sofern sie der bildenden beziehungsweise visuellen Kunst zuzuordnen sind. Sie sind im Vorschlag jedoch zu benennen (Film, Fotografie, Installation, Malerei, Performance, digitale Produktion, Skulptur, Video, Zeichnung etc.). Für den schulischen und beruflichen Lebenslauf (CV) sowie die Dokumentation der wichtigsten Einzel- und Gruppenausstellungen der Vergangenheit, die gleichfalls einzureichen sind, empfiehlt sich eine tabellarische Form.

Die Bewerbungsunterlagen müssen bis 24. Mai 2013 eingetroffen sein. Adressatin ist die Leiterin des KIM Projektbüros, Anja Stegert (Anschrift siehe unten). Die Bewerbung kann auch in digitaler Form übersandt werden. In diesem Fall bitten wir, Entwurf, Meldebescheinigung, CV und Ausstellungsliste mit Unterschriften versehen in gescannter Form als PDF unter info@kim-art.net an Anja Stegert zu übermitteln.

Den Daniel Frese Preis erhalten zwei Künstler/innen, davon eine/r aus dem Bereich des Nachwuchses (»Junge Kunst«, bis 40 Jahre). Das Preisgeld umfasst jeweils 3000 Euro. Es ist für die Produktion der auf dem eingereichten Entwurf basierenden künstlerischen Arbeit vorgesehen. Sie wird erstmals in der diesjährigen Ausstellung zum Thema »Kunst und Geschichte« im Schloss Agathenburg bei Stade gezeigt.

Die Preisverleihung findet am 4. Juli 2013 im Fürstensaal des Rathaus der Hansestadt Lüneburg statt. Neben den beiden Preisträger/innen sind auch die drei für ihre Entwürfe besonders gewürdigten Künstler/innen geladen. In den folgenden Wochen werden die Entwürfe der Preisträger/innen in Abstimmung mit den für die Ausstellung Verantwortlichen für die Schau umgesetzt. Die Preisträger/innen sind zudem bei der Eröffnung der Ausstellung im Herbst 2013 zugegen. Die auf Basis der von der Fachjury ausgewählten Entwürfe entwickelten Arbeiten werden in einem Gesamtkatalog der von KIM in Kooperation mit Kunstinstitutionen der Region Lüneburg realisierten Ausstellungen publiziert.

Mit ihrer Bewerbung erkennen die Teilnehmer/innen das Verfahren an. Die Teilnehmer/innen des Wettbewerbs stimmen mit ihrer Einreichung der Speicherung ihrer Daten zu Forschungszwecken sowie der Archivierung und Reproduktion der eingereichten Unterlagen zu. Eine Rücksendung der eingereichten Unterlagen ist nicht vorgesehen. Die Entscheidung der Jury ist endgültig und nicht anfechtbar. Mit der Teilnahme bestätigt der/die Bewerber/in, dass er/sie geistige/r Urheber/in des eingereichten Vorschlags ist. Der Auslobende hat das Recht, die Arbeiten auf Grundlage der prämierten Entwürfe im Rahmen der genannten Ausstellung und ggf. anderen Präsentationen zu zeigen und Reproduktionen in Publikationen sowie im Internet honorarfrei unter Namensnennung des/der Künstlers/in zu veröffentlichen. Die Teilnehmenden bestätigen mit ihrer Einreichung, dass sie mit den genannten Veröffentlichungen einverstanden sind. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

— Texte: Cornelia Kastelan, Valérie Knoll





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