Diego Castro und Katja Staats
Preisträger/innen des ersten Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst


Die Preisträger/innen Diego Castro und Katja Staats mit Laudator Dr. Robert Fleck (Bundeskunsthalle, Bonn)
Foto: Sabine Vielmo


Am 7. Juli 2011 fand im Fürstensaal des Rathauses der Hansestadt Lüneburg die Verleihung des ersten Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst statt. Die Auszeichnungen des Daniel Frese Preis gingen an den Künstler Diego Castro und − im Bereich junge Kunst − an die Künstlerin Katja Staats.

Dr. Robert Fleck, Intendant der Bundeskunsthalle, Bonn, überreichte in seiner Eigenschaft als Laudator die Urkunden in jenem Fürstensaal des Rathauses, der eine der Hauptwirkungsstätten des Malers und Kartographen Daniel Frese in der späten Renaissance war.

Nach gründlicher Sichtung und intensiver Diskussion der Einreichungen war die Wahl der Jury auf die künstlerischen Entwürfe von Diego Castro (Harsefeld, Landkreis Stade) und Katja Staats (Buchholz, Landkreis Harburg) gefallen. Zum ersten Jahresthema »Kunst und ihr Markt« waren 28 Entwürfe aus der Projektregion eingereicht worden.

Der Fachjury für den Daniel Frese Preis gehörten im Jahr 2011 an:
Prof. Dr. Beatrice von Bismarck (Rektorin der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig) (Vorsitz)
Prof. Thomas Locher, Künstler (The Royal Danish Academy of Fine Arts, Copenhagen)
Bernd Milla (Geschäftsführender Direktor der Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart)
Nikolaus Oberhuber (Galerie Koch Oberhuber Wolff, Berlin)
Dr. Julia Moritz (Kuratorin KIM)
Dr. Christoph Behnke (Leitung KIM)

Die Realisierung der Entwürfe von Diego Castro und Katja Staats erfolgt in Zusammenarbeit mit den Kurator/innen der Ausstellung »Demanding Supplies − Nachfragende Angebote« im Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg im November 2011. Die beiden neu entwickelten Arbeiten der Preisträger/innen des Daniel Frese Preis werden mit internationalen Positionen der zeitgenössischen Kunst verknüpft.


Diego Castro

Der Entwurf von Diego Castro (∗ 1972) schöpft aus einer Werkgruppe aus den Jahren 2005-2010 der vom Künstler als Projekt entwickelten »Immaterialistischen Internationale«, die nicht zuletzt an die Dematerialisierungsthese einer Strömung der Conceptual Art anschließt. Der künstlerische Zugang von Diego Castro verbindet verschiedene Medien, Videos, Installationen, Performances, Texte und Zeichnungen. Eine kritische Reflexion des Kunstmarktes liegt der Produktion der »Immaterialistischen Internationale« zu Grunde, wobei figurative Zeichnungen sich u.a. auf die Themenkomplexe Kunst und Kunsthandel, Kunst und Institutionen, Arbeitsbedingungen für Kulturarbeiter/innen, Produktionsmittel und Distribution beziehen. Ein besonderes Interesse von Diego Castro gilt Fragen des Copyrights, wie sie z.B. im Anschluss an die Creative-Commons-Initiative diskutiert werden. Die erstmalige und umfassende Zusammenführung des zahlreichen und vielschichtigen Materials der »Immaterialistischen Internationale« verweist nicht nur auf den prozessualen Charakter des Projekts selbst, sondern thematisiert zugleich die breitere kunsthistorische Basis von politisch ambitionierter Kunst, die eigene und neue Distributionsformen für die künstlerische Produktion entwickelt.

— Julia Moritz


In den Begründungen der Juror/innen heißt es: »Mit großem Einvernehmen wählte die Jury den Wettbewerbsbeitrag von Diego Castro für den 1. Platz des Daniel Frese Preis aus. Er sieht eine multimediale Präsentation vor, die sich − teils kritisch, teils eher belustigt − mit den ökonomischen Einflussfaktoren im Kunstfeld auseinandersetzt. Castro gelingt es dabei, nicht nur eine Reflexion seiner eigenen künstlerischen Praxis im Spiegel ihrer eigenen Vermarktung sichtbar werden zu lassen, sondern auch, diese Auseinandersetzung in ein treffendes räumliches Bild zu übersetzen. Der Entwurf überzeugte die Jury nachhaltig als ein eigenständiger und zugleich an die aktuellen internationalen Debatten zum Verhältnis von Kunst und Markt anschließender künstlerischer Beitrag.
Der Künstler hat überzeugend dargestellt, in welcher Weise und mit welchen ästhetischen Mittel er zum Thema Stellung beziehen kann. Er ist sich der Wahl seiner ästhetischen Mittel bewusst. Dies zeigt sich in der ironisch und distanzierten Entscheidung für verschiedene Medien, ausgehend von einer Agit-Prop-Ästhetik bis zu den kanonischen Formen von Repräsentation institutioneller Kritik.
Der Künstler hat eine selbstreflexive und kritische Haltung zum Kunstmarkt und dessen komplexen und undurchschaubaren Vorgängen. Er weiß, dass er − wie alle anderen Produzent/innen − selbst Teil des Systems ist. Die Jury ist überzeugt, dass der Künstler zum Thema einen signifikanten Beitrag entwickeln kann.«

Vita
Diego Castro, ∗ 1972 in Hannover
Schulzeit in Stade und Buxtehude
1993-97 Muthesius Hochschule für Kunst und Gestaltung, Kiel
1996 Ecole Régionale des Beaux-Arts, Saint-Etienne, Frankreich
1998-99 Postgraduate Studies, Ecole Supérieure des Beaux-Arts, Nantes, Frankreich
2005-07 Postgraduate Studies, CCC, Ecole Supérieure des Beaux-Arts, Genf, Schweiz
seit 2010 Doktorand an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg

Einzelaustellungen (Auswahl)
1997 »Transit«, Studio in der Stadtgalerie, Kiel
1998 »Diego Castro« Prima Kunst e.V., Kiel
2002 »My way«, Galerie Paolo Boselli, Brüssel
2004 »Emo Eco«, LadenNr.5, Bad Ems
2009 »Art is art and life is life«, Palais de l'Athenée, Genf
2009 »There's one in every crowd«, Standard Deluxe, Lausanne

Stipendien und Preise
2002 Nordwest Kunstpreis, Kunsthalle Wilhelmshaven
2004 Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems
2007 Künstlerhäuser Worpswede


Katja Staats

Die Künstlerin Katja Staats (∗ 1980) bezieht sich in ihrem Entwurf auf den Komplex von Angebot und Nachfrage, aber auch auf Fragen der Mediation zwischen diesen beiden Strukturelementen des Kunstmarktes. Diese Mediation ist in hochkulturellen Systemen der kulturellen Produktion, wie dem künstlerischen Feld, Domäne von Kenner/innen bzw. Expert/innen. Mit diesen zentralen Akteuren des Marktes − Produzent/innen, Konsument/innen und Mediator/innen − setzt sich die Künstlerin in ihrem Entwurf auseinander. Auf die digitale Fotografie gestützt, reflektiert sie die Wechselwirkungen zwischen Künstler/innen, Kenner/innen und Rezipient/innen bzw. Sammler/innen. Mit den Mitteln der räumlich inszenierten Fotografie wird eine Wahrnehmungssituation geschaffen, die den selbstreflexiven Zugriff der Künstlerin auf die Spannungsverhältnisse von Kunst und Markt erfahrbar macht: »Der Betrachter des Betrachters des Werkes sieht also den Betrachter des Werkes gespiegelt in den einzelnen Bestandteilen des Werkes, welches eine Verwirrung, eine Unübersichtlichkeit und zugleich eine Spannung und Neugierde erzeugt.«

— Julia Moritz


In den Begründungen der Juror/innen heißt es: »Mit der 1980 in Lohne geborenen Katja Staats nimmt den 1. Platz des Daniel Frese Preis in der Kategorie »junge Kunst« eine Künstlerin ein, die in anschaulicher Weise das Beziehungsgeflecht in Szene setzt, das Künstler/innen mit Galerist/innen und Sammler/innen verbindet. Ihre eigenständige Bildsprache setzt sie dazu ein, die eigenen Untersuchungen zu ökonomischen Abhängigkeiten in einen Erfahrungsraum zu verwandeln und für die Besucher/innen nachvollziehbar werden zu lassen.

Ausgangspunkt des künstlerischen Vorschlags der Preisträgerin Katja Staats sind verschiedene Fragen zu Angebot und Nachfrage. Sie versucht, das schwierige und unübersichtliche Verhältnis des Künstlersubjekts zum Kunstfeld zu beleuchten, beispielsweise die Frage der Selbstverortung: wo befinde ich mich − immer wieder neu − im Feld der Kunst und des Marktes? Dieses Verhältnis ist nicht immer nur vorgegeben, sondern kann auch durch Strategien des Künstlersubjekts neu bestimmt werden. Die Jury ist von der Idee für eine räumlich-installative Inszenierung, die begehbar und dadurch erfahrbar wirkt, überzeugt.«

Vita
Katja Staats, ∗ 1980 in Lohne
seit 2010 Vorstandsmitglied des Kunstvereins Buchholz
2007 Eröffnung von »mopsblau − offenes Atelier«, Buchholz
seit 2007 freischaffende Künstlerin und Kunstpädagogin
seit 2001 Lehrtätigkeiten (allgemeinbildende Schulen, Freie Kunstschule Köln, gemeinnützige Einrichtungen, wie etwa im Kulturpalast Hamburg-Billstedt oder dem Mehrgenerationenhaus Kaleidoskop in Buchholz)
2000-2005 Universität Osnabrück (Kunst, Deutsch, Englisch)
seit 1995 künstlerisch tätig

Ausstellungen (Auswahl)
2007 Online-Forum Junge Kunst, Galerie schwarz-weiss, Osnabrück
2008 »le cadavre exquis«, Galerie xpon-art, Hamburg
2009 »housefrau«, Galerie xpon-art, Hamburg
2010 Kunstprojekt »NordStart«, Bürgergalerie Neumünster
2010 »fik_tiv«, Galerie xpon-art, Hamburg
2011 5. Triennale der Fotografie, Hamburg

Stipendien und Preise
2005 Piepenbrock, Kunstförderpreis Osnabrück
2008 1. Preis Bauhaus heute. Fotowettbewerb Verlag Gruner und Jahr Hamburg



Der neu eingerichtete »Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst« wird von KIM für bildende bzw. visuelle Künstler/ innen in der Region Lüneburg ausgelobt. Vergeben wird dieser Preis für herausragende Entwürfe einer neuen künstlerischen Arbeit. Die alljährliche Auszeichnung von zwei Künstler/innen, die in einem der 11 Landkreise dieser Region leben und künstlerisch arbeiten, umfasst verschiedene Formen von Anerkennung und eröffnet den Preisträger/innen neue Möglichkeiten. Zunächst ist die Auszeichnung mit einer öffentlichen Würdigung und einem Preisgeld für den eingereichten Entwurf verbunden. Die Preisträger/innen erhalten darüber hinaus Gelegenheit, ihren künstlerischen Zugang in einer Gruppenausstellung mit namhaften Künstler/innen vorzustellen. Das Preisgeld ist für die Produktion einer neuen Arbeit für diese Ausstellung bestimmt. Durch Dokumentation der preisgekrönten Arbeiten in Publikationen überdauert die künstlerische Präsentation den Moment. Als Laudator für die erstmalige Vergabe des Daniel Frese Preis im Juli 2011 in Lüneburg konnte der Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn, Dr. Robert Fleck, ehemals Direktor der Deichtorhallen Hamburg, gewonnen werden.

Widmung

Der Preis ist dem Andenken des Lüneburger Malers und Kartographen Daniel Frese (1540–1611) gewidmet, der im April 1611 nach gut 40-jähriger Tätigkeit in der Hansestadt verstarb. Er bleibt in Erinnerung mit Gemälden für das kunsthistorisch bedeutsame Rathaus Lüneburgs, in denen eine neue Bildsprache nachvollziehbar ist. Außerdem schuf er Entwürfe für »Civitates Orbis Terrarum«, den weltweit ersten Städteatlas von Braun und Hogenberg (ab 1572). Auf dem Weg zu einem autonomen, von Lenkung durch Kirche, Feudalherren und Staat befreiten künstlerischen Feld trat Frese als vielseitiger Künstler hervor, der Anregungen sowohl aus der italienischen wie auch aus der niederländischen Malerei zu verarbeiten wusste.

Thematische Schwerpunkte 2011 – 2013

Vor dem Hintergrund der jüngeren Entwicklungen in der Geschichte der Kunst erscheint es treffend, den ersten Daniel Frese Preis für künstlerische Arbeiten auszuloben, die sich in der einen oder anderen Weise auf das Sujet des »Kunstmarkts« beziehen. Damit einher geht die Annahme, dass jede/r professionelle Künstler/in über Erfahrungen, Vorstellungen, Haltungen, Leidenschaften, Aspirationen und Visionen verfügt, die sich auf die mit diesem Begriff angesprochene »exzeptionelle Ökonomie« (Hans Abbing) der Kunst beziehen. Im Jahr 2012 wird die künstlerische Auseinandersetzung mit »Nachhaltigkeit« und »Nicht–Nachhaltigkeit« im Vordergrund stehen. 2013 stellt »ortsspezifische Geschichte« im Sinne einer künstlerischen Befassung mit Fragen des sozialen und kulturellen Gedächtnisses den thematischen Schwerpunkt dar. Für die Ausstellungen konnten namhafte Kunstinstitutionen der Region als Kooperationspartner gewonnen werden: Schloss Agathenburg bei Stade, Springhornhof bei Soltau, Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg und Halle für Kunst Lüneburg.

Ausstellung 2011

Für die auf den Kunstmarkt bezogene Ausstellung des Jahres 2011 stellt der Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg Räume und Ressourcen zur Verfügung. »Demanding Supplies – Nachfragende Angebote«, so der Titel dieser von der Kuratorin Julia Moritz konzipierten Schau, weicht vom herkömmlichen Ausstellungsformat ab: Sie entfaltet sich in drei Phasen, in denen verschiedene künstlerische Positionen zum Thema Kunst und Markt schrittweise zusammengeführt werden. In Phase 1 findet sich zunächst der Ausstellungsort durch die Gruppe nOffice (Markus Miessen, Ralf Pflugfelder, Magnus Nilsson; Berlin / London) umgestaltet. Ihre künstlerische Intervention setzt an dessen räumlicher Struktur an. Dabei wirft sie die allgemeinere Frage auf, in welchem Verhältnis Präsentationsbedingungen und -formen von Kunst zu deren symbolischer und ökonomischer Aneignung stehen bzw. wie ästhetische und ökonomische Wertbildung zusammenspielen, ein in der Kunst traditionell spannungsreiches und kontroverses Sujet.

An diesem neu gestalteten Ausstellungsort zeigt die New Yorker Künstlerin Carissa Rodriguez in Phase 2 (ab 27. Mai 2011) ihre Installation »Secretaires«, ein Arrangement aus dysfunktionalen Schreibtischmöbeln, kombiniert mit Anzeigen aus dem Kunstmagazin »Artforum«, bekannt nicht zuletzt für die Verbindung von avanciertem Kunstdiskurs und exzessiver Galerienwerbung. Eröffnet wird in Phase 2 zudem die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Kunsthandels an einem Fallbeispiel. Auf diese Weise geraten eine herausragende Händlerpersönlichkeit und eine legendäre Galerie in den Blick, American Fine Arts und Colin de Land. Dieser Galerist war in der Lage, ein weit über New York hinausreichendes kreatives Feld zu schaffen, von dem Impulse bis in entfernte Orte ausgingen. In Phase 3 (ab November 2011) erfolgt die Einbindung sowohl der künstlerischen Arbeiten der Preisträger/innen in die Gruppenausstellung »Demanding Supplies – Nachfragende Angebote« als auch von bedeutenden künstlerischen Positionen aus dem europäischen Kontext.

Jury

Eine thematisch kompetente Fachjury beurteilt die Entwürfe und bestimmt die Preisträger/innen. Sie setzt sich zusammen aus dem/der Kurator/in des Ausstellungsprojekts, einem/r Vertreter/in der künstlerischen Leitung der Institution, in welcher die Ausstellung stattfindet, einem/r Kunstvermittler/in mit besonderer Vertrautheit mit der künstlerischen Produktion in der Region, einem/r Vertreter/in des internationalen Kunstmarktes sowie einem/r namhaften Künstler/in, die bzw. der thematisch einschlägig gearbeitet hat. Außerdem ist der Leiter des Projekts KIM Mitglied der Jury.

Verfahren

Eingeladen zur Bewerbung sind professionell tätige visuelle Künstler/innen, die einen Wohnsitz innerhalb der 11 Landkreise des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg nachweisen können. Diese Landkreise sind Celle, Cuxhaven, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Soltau-Fallingbostel, Stade, Verden und Uelzen. Kern der schriftlichen Bewerbung, die einen entsprechenden Nachweis umfasst, ist ein ausformulierter Vorschlag für die inhaltliche, formale und praktische Realisierung einer auf das jeweilige Jahresthema bezogenen künstlerischen Arbeit. Der Umfang dieses Vorschlags sollte mindestens eine halbe DIN-A4 Seite umfassen und zwei DIN-A4 Seiten nicht überschreiten. Hinsichtlich Medien und Genres gibt es keine Einschränkungen, sofern sie der bildenden bzw. visuellen Kunst zuzurechnen sind. Medium bzw. Genre der geplanten Arbeit (Fotografie, Video, Film, digitale Produktion, Malerei, Skulptur, Zeichnung, Malerei, Performance etc.) sind im Vorschlag jedoch zu benennen. Für den schulischen und beruflichen Lebenslauf (CV) sowie die Dokumentation der wichtigsten Einzel– und Gruppenausstellungen der Vergangenheit, die gleichfalls einzureichen sind, wird eine tabellarische Form empfohlen. Pro Jahr und Wettbewerb werden zwei Künstler/innen ausgewählt, davon eine/r aus dem Segment des künstlerischen Nachwuchses (bis 35 Jahre). Das Preisgeld umfasst jeweils 2000 Euro. Es ist für die Produktion einer künstlerischen Arbeit zu verwenden, die erstmals in Phase 3 der Ausstellung »Demanding Supplies – Nachfragende Angebote« gezeigt wird. Die Bewerbungsunterlagen müssen bis Freitag, den 10. Juni 2011, 12 Uhr eingetroffen sein. Adressatin ist die Leiterin des KIM Projektbüros, Nora Hannemann (Anschrift siehe Kontakte). Die Bewerbung kann auch in digitaler Form übersandt werden. In diesem Fall bitte Vorschlag, Meldebescheinigung, CV und Ausstellungsliste mit Unterschriften versehen in gescannter Form als pdf an nora.hannemann@inkubator.leuphana.de übersenden. Für inhaltliche Rückfragen steht die Kuratorin der Ausstellung, Julia Moritz, zur Verfügung. Die Teilnehmer/innen des Wettbewerbs stimmen mit ihrer Einreichung der Speicherung ihrer Daten zu Forschungszwecken sowie der Archivierung und Reproduktion der eingereichten Unterlagen zu. Der Entwurf ist ggf. auch persönlich vor Mitgliedern der Jury zu präsentieren. Die Preisverleihung findet am 07. Juli 2011 in Lüneburg statt und erfordert die Anwesenheit der Preisträger/innen. Ab diesem Zeitpunkt werden die Entwürfe in Abstimmung mit den für die Ausstellung Verantwortlichen umgesetzt. Die von der Fachjury ausgewählten Arbeiten werden auf der Website und im Webjournal des Projekts KIM sowie in einem Gesamtkatalog für die vier Ausstellungen kommuniziert. Mit ihrer Bewerbung erkennen die Teilnehmer/innen das Verfahren an. Eine Rücksendung der eingereichten Unterlagen ist nicht vorgesehen. Die Entscheidung der Jury ist endgültig und nicht anfechtbar. Mit der Teilnahme bestätigt der/die Bewerber/in, dass er/sie geistige/r Urheber/in des eingereichten Vorschlags ist. Der Auslobende hat das Recht, die prämierten Arbeiten im Rahmen der genannten Ausstellung zu zeigen und Reproduktionen in Publikationen sowie im Internet honorarfrei unter Namensnennung des/der Künstlers/in zu veröffentlichen. Die Teilnehmenden bestätigen mit ihrer Einreichung, dass sie mit den genannten Veröffentlichungen einverstanden sind. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auslobender: KIM im Innovations-Inkubator Lüneburg

Über eine Mischung aus innovativen Ausstellungen, künstlerischer Produktion und wissenschaftlicher Forschung versucht das Projekt KIM des Innovations–Inkubators der Leuphana Universität Lüneburg Impulse im Feld der zeitgenössischen Kunst und ihres Marktes zu geben. Angesichts erheblicher regionaler Ungleichheiten, die sich z.B. für Künstler/innen in unterschiedlichen Zugangschancen zum nationalen und internationalen Kunstmarkt bemerkbar machen, handelt es sich dabei um eine regionsbezogene Initiative. Regionale Differenzen versucht der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit seinem Ziel »Konvergenz« zu verringern. Aus diesem Grund erhält die Region Lüneburg heute europäische Transfermittel. Ihnen verdankt der »Innovations-Inkubator« Lüneburg seine Existenz. Zu den zahlreichen Initiativen des »Inkubators« – ein der psychologischen Kreativitätsforschung entnommener Begriff – zählt auch die Förderung der »Projekte mit der Kreativitätswirtschaft«. Das Teilprojekt KIM zielt speziell auf die Stärkung der zeitgenössischen bildenden bzw. visuellen Kunst in der Region. Es möchte die Sichtbarkeit der Region und ihrer Kunstinstitutionen erhöhen und insbesondere die direkt und indirekt in zeitgenössische Kunst involvierten Akteure fördern.

— Christoph Behnke, Julia Moritz, Ulf Wuggenig.



Atelierbesuch bei den Gewinner/innen des Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst 2011,
Diego Castro und Katja Staats

Sa 10. 12. 2011
Buchholz/Nordheide und Harsefeld

KIM bietet die Gelegenheit und lädt dazu ein, die Gewinner/innen des Daniel Frese Preis 2011, Diego Castro und Katja Staats, gemeinsam mit dem Projektleiter Christoph Behnke sowie den Kuratorinnen Valérie Knoll und Cornelia Kastelan in ihren Ateliers zu besuchen. Die Arbeiten der Preisträger/innen sind derzeit im Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg im Rahmen der Ausstellung »Besides Reproduction« zu sehen. Nun werden Diego Castro und Katja Staats im Dialog mit den Besucher/innen Einblicke in ihr Werk und ihre Arbeitsweise geben.

Katja Staats wird Ihr »offenes Atelier« in Buchholz/Nordheide (Landkreis Harburg) und ihre Arbeit im Gespräch vorstellen. Im Anschluss wird es in den Kunstverein Buchholz/Nordheide gehen, wo der Künstler Michael Dörner, der an der Fachhochschule Ottersberg eine Professur für Freie Bildende Kunst inne hat, durch seine aktuelle Ausstellung führen wird. Als letzte Station werden wir zum Atelier von Diego Castro in Harsefeld (Landkreis Stade) reisen, wo der Künstler ebenfalls zum Gespräch einlädt.

Interessierte setzen sich bitte bis zum Donnerstag, den 8. Dezember 2011, in Verbindung mit Nora Hannemann, nora.hannemann[at]inkubator.leuphana.de, 04131 677-1920 oder mit Cornelia Kastelan, cornelia.kastelan[at]inkubator.leuphana.de, 04131 677-1924. Die Fahrt wäre privat zu organisieren. Daher bitten wir diejenigen, die nicht mit der Bahn fahren möchten, anzugeben, ob sie eine Mitfahrgelegenheit bieten können oder suchen.


Zeitplan und Treffpunkte

Sa 10. 12. 2011

11:00
Katja Staats
mopsblau – offenes Atelier
Rütgersstraße 12
21244 Buchholz/Nordheide
http://www.mopsblau.de

12:30
Kunstverein Buchholz Nordheide e. V.
Kirchenstraße 6
21244 Buchholz/Nordheide
http://kunstverei.m61s11.vlinux.de/wordpress

14:30
Diego Castro
Auf dem Klingenberg 30
21698 Harsefeld




Der Innovations-Inkubator wird von der EU im Rahmen des EFRE, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, sowie vom Land Niedersachsen gefördert.
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