Hilmar Schäfer (Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder))
Zeitlichkeiten des künstlerischen Feldes. Zur Praxis, Materialität und Geschichtlichkeit künstlerischer Produktion


In seinem Vortrag fragt Hilmar Schäfer danach, wie künstlerische Produktion als eine Bewegung von Praktiken und Materialitäten durch die Zeit begriffen werden kann. Dazu lässt sich zunächst mit Pierre Bourdieus Praxis- und Feldtheorie ein konzeptueller Bezugsrahmen erarbeiten, der jedoch für seine Vernachlässigung bestimmter Aspekte von Materialität zu kritisieren ist. Dem folgt der Vorschlag, die theoretische Perspektive durch konzeptuelle Anregungen aus der Akteur-Netzwerk-Theorie zu ergänzen. Anhand von Beispielen aus der Kunstgeschichte sowie zeitgenössischer künstlerischer Produktion wird sodann die spezifische Geschichtlichkeit des künstlerischen Feldes herausgearbeitet, wobei drei Aspekte zu unterscheiden sind: Praktiken der Zeitbearbeitung, Praktiken der Reflexion von Zeitlichkeit in künstlerischen Arbeiten sowie der Fluss eines Repertoires von Praktiken und Artefakten durch die Zeit.

Hilmar Schäfer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Vergleichende Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Seine Arbeits- und Publikationsschwerpunkte sind Praxistheorien, Akteur-Netzwerk-Theorie, (post-)strukturalistische Soziologie sowie Kunst- und Kultursoziologie. Zuvor war er u.a. im Revolver Verlag sowie im Projektbüro des Kunstraum der Universität Lüneburg tätig. Hilmar Schäfer studierte Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg und wurde an der Viadrina mit einer Arbeit zur »Instabilität der Praxis. Reproduktion und Transformation des Sozialen in der Praxistheorie« promoviert.





Die Vorträge und Seminare basieren auf einer Kooperation von KIM im Innovations-Inkubator der Leuphana Universität Lüneburg mit dem Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg. Der Innovations-Inkubator wird von der EU im Rahmen des EFRE, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, sowie vom Land Niedersachsen gefördert.

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