Susanne Leeb (Universität Basel)
Malereizyklen und entangled histories: Luc Tuymans und Tshibumba Kanda Matulu«


Die Globalisierung bringt nicht nur eine verstärkte Beschäftigung mit Künsten weltweit mit sich, sondern nicht zuletzt auch mit früheren transnationalen Verwicklungen, die im Zeichen des Kolonialismus von radikal ungleichen Verhältnissen determiniert waren. Ein Erbe dieser Verhältnisse sind nach wie vor institutionelle Grenzen, wie sie sich in der Trennung von Kunst- und ethnologischen Museen manifestieren. Der Vortrag beschäftigt sich mit künstlerischen Arbeiten, die in einer Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte solche institutionellen Grenzziehungen, museale Kategorisierungen ebenso wie das koloniale Erbe der Moderne reflektieren und transformieren — oder aber trotz ihrer Auseinandersetzung mit dieser verwickelten Geschichte innerhalb der etablierten Aufteilungen verbleiben.

Susanne Leeb ist Assistenzprofessorin für zeitgenössische Kunst an der Universität Basel. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich »Ästhetische Erfahrung« an der Freien Universität Berlin, hatte 2007 über »Weltkunst und die anthropologische Konfiguration der Moderne« promoviert (erschienen 2013) und war einige Jahre Co-Redakteurin bei Texte zur Kunst.

 

Sven Beckstette (Kunstmuseum Stuttgart)
Abstraktion und Realität: Repräsentationen von Geschichte in der abstrakten Kunst«


Mit dem Übergang zum 20. Jahrhundert bildete sich eine neue Vorstellung von Wesen und Zweck der Kunst heraus. Das Aufkommen der Abstraktion sorgte dafür, dass die Malerei ihr narratives Potential und damit auch ihre Aufgabe als Vermittlerin von historischen Vorfällen verlor. Gleichwohl lassen sich in der Geschichte des Mediums Beispiele finden, bei denen Maler mit den Mitteln der Abstraktion auf vergangene und gegenwärtige Ereignisse reagierten. Anhand von Werken von Hans Richter, Asger Jorn, K.O. Götz, K.R.H. Sonderborg und Gerhard Richter soll dargestellt werden, in welchem Verhältnis künstlerische Abstraktion und die Verarbeitung von Wirklichkeit stehen. Dadurch ergibt sich auch eine andere Sicht auf Begriffe und Konzepte von Realismus und Repräsentation.

Sven Beckstette ist Kurator am Kunstmuseum Stuttgart. Er studierte Kunstgeschichte, Germanistik und neuere und neueste Geschichte in M ünster und Berlin. 2008 promovierte er zum Historienbild im 20. Jahrhundert. Von 2010 bis 2012 war er leitender Redakteur bei Texte zur Kunst, deren Beirat er angehört. Ebenso verfasste er zahlreiche Beiträge zur modernen und zeitgenössischen Kunst sowie zur Pop-Musik.





Die Vorträge und Seminare basieren auf einer Kooperation von KIM im Innovations-Inkubator der Leuphana Universität Lüneburg mit dem Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg. Der Innovations-Inkubator wird von der EU im Rahmen des EFRE, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, sowie vom Land Niedersachsen gefördert.

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