Jeremiah Day (Künstler, Berlin)
»The past isn't dead. It isn't even past.« Art and the Practice of Memory


»Das Vergangene ist niemals tot; es ist nicht einmal vergangen.« – diesen Satz von William Faulkner zitierte Hannah Arendt immer wieder, um darauf hinzuweisen, dass unsere aktuellen Lebensumstände die Folgen von Handlungen darstellen, die Menschen – uns mehr oder weniger ähnlich – in der Vergangenheit ausgeführt haben. Arendt bezog sich auf ein »Netz menschlicher Beziehungen«, das eine Art Material oder »Medium« bildet, welches den Rahmen, in dem wir uns bewegen, bestimmt und gleichsam mit den Folgen unseres eigenen Handelns die Zukunft bestimmen wird. Als Beispiele können die sich verändernde Beziehung zwischen der SPD und der Linken angeführt werden; oder jüngst die überraschende Verweigerung des Britischen Parlaments einen Einmarsch in Syrien zu unterstützen. Beides sind entscheidende politische Veränderungen, die als Wellen aus einstigen Handlungen hervorgegangen sind und nun unsere Gegenwart und Zukunft stark bestimmen. Auf welche Weise tragen Kunstwerke und deren Produktion zu diesem »Medium« bei? Anhand von zwei Beispielen – dem berühmten Gemälde »Das Floß der Medusa« (1819) von Théodore Géricault und dem wenig bekannten Buch »Eulogies« (2002) von Amiri Baraka – soll aufgezeigt werden, inwiefern die künstlerische Produktion Jeremiah Days, in der das Ringen mit Fakten, Ereignissen, Orten und Personen einen Schwerpunkt darstellt, letztendlich wenig mit »Geschichte« zu tun hat.

Jeremiah Day schloss 1997 an der University of California, Los Angeles (UCLA) das Studium der bildenden Kunst ab. Im Jahr 2003 zog er nach Amsterdam, um dort am Residenzprogramm der Rijksakademie teilzunehmen. Arbeiten und Performances von Jeremiah Day werden demnächst auf der Liverpool Biennale, dem Nouveau Festival am Centre Pompidou, Paris, wie auch (gemeinsam mit Simone Forti und Fred Dewey) im Santa Monica Museum of Art gezeigt werden. Zurzeit arbeitet Jeremiah Day an einem Buch, in dem er sich mit Hannah Arendt und kultureller Praxis befasst.





Die Vorträge und Seminare basieren auf einer Kooperation von KIM im Innovations-Inkubator der Leuphana Universität Lüneburg mit dem Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg. Der Innovations-Inkubator wird von der EU im Rahmen des EFRE, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, sowie vom Land Niedersachsen gefördert.

NEWSLETTER KONTAKT IMPRESSUM